Bücher meiner AutorenkollegInnen

 

Gelesen & rezensiert.

"Verblüht" von Mara Winter 

eBook 0,00 € Kindle-Edition

Kindle-Unlimited 0,00 €

Taschenbuch: 4,98 €

72 Seiten

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform 

ISBN: 978-1519293176

Auflage 1, 26.11.2015

 

 

Klappentext:

 

Alle Frauen, denen Gerd begegnet, verblühen innerhalb kürzester Zeit. Beinahe so, als habe er Gift an den Fingern. Liegt wirklich ein Fluch über der Familie, oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Flieder, Vergissmeinnicht, Mohn, Veilchen, Maiglöckchen und Raps: Ein Cocktail aus Liebe, Eifersucht, Aberglaube und Psychopharmaka … für Leser, die das subtile Grauen lieben.

 

Meine Meinung:

 

„Verblüht“ von Mara Winter durfte ich im Rahmen einer Leserunde lesen.
In 7 einzelnen Krimi-Episoden erzählt die Autorin die Geschichte einer Familie: Wie sich die einzelnen Personen kennengelernt haben, in welchem Verhältnis sie zueinander stehen und warum sie so sind, wie sie sind. Die Protagonisten stellen sich in der Ich-Form vor, sozusagen durch die Blume.
Jede Person wirkt anfangs völlig normal. Aber so nach und nach werden ihre Psychosen sichtbar. Alle haben ihre Beweggründe, warum sie sich so verhalten, wie sie es tun. Jede kocht sozusagen ihr eigenes Süppchen. Und sie alle „verblühen“ auf die unterschiedlichste Art und Weise.
 
Als Leserin musste ich mich erst einmal orientieren, welche Person gerade ihre Geschichte erzählt. Denn eine bestimmte Reihenfolge gibt es nicht. Jede Episode ist in sich geschlossen und hat ein überraschendes Ende, welches logisch ist, umso besser man die Protagonisten kennengelernt.
Mara Winter versteht es, ein Beziehungsgeflecht zu schaffen, welches bis zum Schluss spannend bleibt und sich erst dann endgültig auflöst. Erst durch alle Episoden zusammen erschließt sich die ganze Familiengeschichte.
Die Autorin überschreitet die Grenze des „noch normalen“ zum „bereits psychisch abweichenden“ auf sanfte, leicht ironische Weise. Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen und lässt sehr viel Raum für eigene Vorstellungen und Sichtweisen.
Zum Teil musste ich schmunzeln oder das Lachen blieb mir im Hals stecken. Manche Geschichten hinterließen aber auch ein Gefühl von Melancholie, andere eine Gänsehaut. Und am Schluss fragte ich mich, was ist denn schon „normal“? Oder: Wo ist die Grenze zwischen Normalität und Andersartigkeit? Wie unterschiedlich betrachtet doch jeder die Welt?
 
Fazit: Die 7 Episoden sind sehr gut verwoben und spannend umgesetzt, daher empfehle ich, alle am Stück zu lesen. Und dann vielleicht noch ein zweites Mal, wenn man es nicht sofort verstanden hat. ;-) Ich habe das jedenfalls getan.
Absolut empfehlenswert für Liebhaber kurzer Krimis, die auf den feinen Nervenkitzel stehen und nicht blutiges Morden erwarten.

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