Autorenfrühstück mit Wohnzimmerlesung

October 25, 2016

© Sylvia Filz

 v.l.n.r. Simone Gütte, Sylvia Filz (vorn), Burga Hencken (dahinter), Conny Wolff, Bodo Manstein, Elisabeth Scherf (Bianca Bolduan fehlt hier)

 

Am 5. September 2016 habe ich es endlich geschafft, die Rohfassung der „Karmageister“ fertigzustellen, nachdem ich das Jahr zuvor noch mehrmals den Plot umschreiben musste, da die Geister mir ständig die Rahmenhandlung gesprengt haben.

Zeit also für eine Pause. Ich surfte im Internet und stieß bei Facebook auf die Einladung einer Autorenkollegin, Burga Hencken, die vorschlug, bei den „Wortwerken“ in Bremerhaven am 16. September ein gemütliches Autorenfrühstück zu veranstalten. - Pah! Pause! Was soll’s. - Spontan sagte ich zu. Gleichzeitig wurde angefragt, ob die Autoren nicht Lust hätten, eine Lesung zu geben. Ich las, dass eine Autorin sich bereits angemeldet hatte und dachte, warum eigentlich nicht? - Ich sagte ebenfalls zu. Die Lesung sollte am Nachmittag stattfinden, vormittags gab es das Frühstück.

Am Abend zuvor packte ich die "Schattensprünge" in meinen Rucksack, dazu Apfelschorle für unterwegs und so ging es am nächsten Morgen zum Hauptbahnhof Hannover, von dort aus über Bremen nach Bremerhaven, zweieinhalb Stunden alles zusammen.

Die Buchhandlung „Wortwerke“ liegt zwar in der Nähe der Havenwelten, aber mit den Büchern auf dem Rücken, bestieg ich in Bremerhaven dann doch lieber ein Taxi. Bei den „Wortwerken“ angekommen, stieg zeitgleich mit mir eine Dame aus einem Taxi, ebenfalls mit einem Rucksack bepackt. Es stellte sich heraus, dass es Elisabeth Scherf war, die Autorin, die vor mir, also ab 15 Uhr, lesen sollte.

Ein Schild mit unseren Buchcovern begrüßte uns bereits am Eingang.  

Die Inhaberin der Buchhandlung, Conny Wolff, nahm uns in die Arme. Ein großer gedeckter Tisch stand in der Leseecke. Auf allen Plätzen lag ein Organzabeutelchen mit einem Rosenquarz und einem herzlichen Willkommensgruß: Schön, dass du da bist. - Aufgedeckt waren frische Brötchen in allen Sorten. Es gab Kaffee, Tee, Orangensaft, Sekt, Käse, Wurst in allen Sorten, Lachs, Eiersalat, Rührei mit Paprika, Mozzarella mit Tomate und Basilikum, Melonenschiffchen umwickelt von feinem Parmaschinken und so vieles mehr, was ich gar nicht mehr alles aufzählen kann. Alles war liebevoll hergerichtet.

Wir stießen erst mal mit einem Glas Sekt an. Die kleine Runde bestand aus Elisabeth Scherf („anders denken – ewig leben“), Sylvia Filz, die mit ihrer Co-Autorin Sigrid Konopatzki gerade frisch das Buch („Pussy-XL“) herausgebracht hat, Burga Hencken „Der Trauer begegnen Wie kann ich helfen?“, Bianca Bolduan, der Gründerin der „Wortwerke („Hexenstein“), unserem einzigen Mann in der Runde Bodo Manstein („Juli.Mord.“), Conny Wolff als Inhaberin und meiner Wenigkeit.

Die Runde kam sofort ins Gespräch, das Essen wurde schon fast vernachlässigt. Ich war abgelenkt von den Geschichten, die jeder so zum Besten gab. Besonders Elisabeth erzählte Stories aus ihrem Leben, die es in sich hatten. Kurzum, die Vormittagsstunden gingen wie im Fluge vorbei. Leider verabschiedeten sich dann die meisten Autoren, weil sie andere Termine hatten. Burga zeigte Elisabeth und mir erst mal ihr Bremerhaven. Es ging einmal quer durch das Columbus Center, welches direkt zu den Havenwelten führt. In der Nähe des Hotels ATLANTIC SAIL City machten wir eine Pause. Mit dem Fahrstuhl kann man hoch auf das Dach fahren und hat dort eine geniale Aussicht über die Stadt. Darauf verzichteten wir heute jedoch. Elisabeth beriet nämlich in Lebensfragen, so dass wir erst mal zuhörten. Ruckzuck war es 15 Uhr, die ersten Zuhörer warteten auf Elisabeths Lesung. Also im Eiltempo zurück.

In der Zwischenzeit hatte Conny alles abgeräumt und die Tische auseinandergerückt, so dass nunmehr vier Einzeltische, umrundet mit je 3 Stühlen, für die Gäste bereitstanden. Es sah jetzt fast aus wie in einem Wohnzimmer, nur mit zu vielen Tischen. Rechts und links rahmten Bücherregale das Zimmer ein.

Die Plätze wurden von Zuhörerinnen, ausnahmslos Damen, eingenommen. Damit war das Wohnzimmer voll: Neun Leutchen, einschließlich mir, warteten auf Elisabeths Lesung.

Sie nahm auf einem Stuhl Platz, welcher den Tischen gegenüberstand, holte ihr Buch „anders denken – ewig leben“ hervor und los ging’s. Temporeich und charismatisch las Elisabeth eine ganze Stunde lang vor und erzählte zwischendurch immer wieder eigene Anekdoten. Denn dies ist ihr Memoiren-Roman. Die Geschichten aus der Vergangenheit gehören zu ihren Erlebnissen. Die Geschichte der Protagonistin Isabel, die in der Zukunft spielt, ist dagegen rein fiktiv.

Ab 16 Uhr war ich dran. Zu Hause hatte ich mir vorgenommen, eine halbe Stunde zu lesen. Zwei passende Passagen hatte ich mir mit Lesezeichen markiert, die ich ausgiebig vorher geübt hatte. Das Wohnzimmer leerte sich etwas, da die Zuhörerinnen nur die erste Stunde Zeit hatten.

Wir rückten nun zu einer gemütlichen Runde mit fünf Personen zusammen.

Ich las meine beiden Passagen vor, hob den Kopf und fragte in die schweigende Runde, ob noch mehr gewünscht sei. „Ja“, sagten meine verbliebenen Zuhörerinnen einvernehmlich und so blätterte ich hastig weiter zu einer Stelle, von der ich dachte, man könnte sie hervorragend als Zugabe lesen. Erst während des Lesens merkte ich, dass ich bei einem völlig anderen Abschnitt gelandet war, als den, den ich mir als Zugabe herausgesucht hatte. Aber er passte weit besser zu meinen vorher gelesenen Kapiteln. Interessant für mich und gemerkt hat es keiner!

Am Schluss wurde ganz familiär noch ein wenig geplauscht und Fragen gestellt, bis dann kurz nach 17 Uhr unsere Zuhörerinnen die Buchhandlung verließen.

Bücher haben Elisabeth und ich nicht verkauft, nur wir beide erwarben gegenseitig das Buch der anderen, denn erst im Nachhinein haben wir festgestellt, dass wir uns mit den gleichen Dingen beschäftigen: neue Wege, neues Denken.

Und das, obwohl wir uns vorher nicht kannten und uns völlig unabhängig voneinander angemeldet hatten! Was für ein Zufall!

Conny spendierte uns dreien erst mal ein großes Stück Torte (Ich glaube, es war eine Ananas-Torte. Memo an mich: Man sollte so was immer gleich aufschreiben, nicht erst einen Monat später!), welche sie eigens für diesen Anlass gebacken hatte. Leider hatte keiner der Zuhörerinnen ein Stück essen wollen. Nun ja, sie haben uns eben eifrig gelauscht ;-) Und so konnten wir richtig schön Torte schlemmen und Kaffee trinken.

Erst mal jedoch haben wir durchgeatmet. Es war ein wunderschöner, aber auch intensiver Tag, der wie im Fluge vergangen ist.

Am Schluss räumten wir auf und gegen 18 Uhr fuhr Conny Elisabeth und mich zum Hauptbahnhof in Bremerhaven. Elisabeth musste nach Hamburg, ich nach Hannover, das heißt, wir fuhren erst mal gemeinsam bis Bremen Hauptbahnhof.

Im Zug haben wir noch mal herzlich darüber gelacht, dass wir nur gegenseitig unsere Bücher gekauft haben. Wir plauschten noch eine Weile, bis sich in Bremen unsere Wege trennten. Eine Umarmung, ein „Tschüß“, wir stiegen um und versprachen, in Kontakt zu bleiben.

Mittlerweile haben wir beide unsere Bücher durchgelesen, beide mit Begeisterung.

Ich habe eine Rezi auf Amazon und meiner eigenen Seite veröffentlicht.

Ich mochte das Buch sehr, absolut empfehlenswert für jeden, der sich mit neuen Denkstrukturen beschäftigt.

Mir hat das Autorentreffen viel Spaß gemacht. Es war ein anstrengender Tag, morgens gleich ab 7 Uhr aus dem Haus und abends 21.30 Uhr wieder zu Hause und dann den ganzen Tag Austauschen, Lesen, Zuhören, neue Menschen, neue Eindrücke. Klasse!

Wir hoffen alle auf eine Wiederholung. Elisabeth und ich schreiben uns seitdem regelmäßig Emails und werden uns sicher mal besuchen. Hannover und Hamburg liegen ja nicht weit voneinander entfernt.

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