Das Jahr in einer Nussschale

Aktualisiert: Juni 25


© Foto: Simone Gütte


"Put it in a nutshell", pflegte mein Englischlehrer zu sagen und meinte damit, fasse zusammen, und fasse dich kurz. Hier kommt mein Jahr 2019 in einer Nussschale.


Frühling

... ist die Zeit des Neubeginns und der Wandlung, auch der Ungewissheit. Was will Neues kommen? Was kann ich selbst hervorbringen?


Ende Februar/Anfang März stand meine SchreibeAuszeit in Bremerhaven an. Eine ganze Weile war ich raus aus dem Romanschreiben, war eher in der Überarbeitungs- und Veröffentlichungsphase der „Karmageister“. Es sollte eine Auszeit für’s Schreiben werden.

Ich begann mit der Vorstellung der Karmageister-Charaktere, und zwar in 11 Mini-Geschichten. Diese kann man in 11 Abschnitten oder am Schluss zusammenhängend als eigenständige Kurzgeschichte auf der Seite "Karmageister" lesen.

Ganz neu startete ich das Romanprojekt „Hallo Frau Niefried – Briefe an meine dunkle Seele“, Genre: Frauenroman/Entwicklungsroman, gewürzt mit einer Prise Humor.

Die SchreibeAuszeit machte Spaß, ich gewann an Fokus. Der Ortswechsel wirkte inspirierend auf mich und schuf neuen Raum. Und ich traf auf meine Autorenfreundin Sylvia Filz, mit der ich nicht nur über’s Schreiben plauderte.

Am 23./24.03. fuhr ich zur Leipziger Buchmesse. Hier wollte ich die fertige Kurzgeschichte vortragen. Das bedeutete im Vorfeld: lesen üben!

Der Samstag begann mit meiner Standbetreuung für den BVjA e.V. Genau wie im letzten Jahr sprach ich mit den Besuchern über’s Schreiben, Selfpublishing und warum sich eine Mitgliedschaft beim BVjA lohnt (siehe auch Blogartikel "Heißkalt über die #LBM18").


Am Nachmittag holte mich meine Freundin Maren vom Stand ab, um noch ein paar Autoren auf der Messe zu treffen. Wir trafen Sylvia Filz, Sigrid Konopatzki und die Mädels der Bookcrew. Abschließend lauschte ich dem Vortrag von Hans Peter Röntgen über den perfekten Pitch.

Am Abend machte ich mich auf den Weg quer durch Leipzig ins Café Puschkin. Hier wird von Mitgliedern des BVjA aus ihren Büchern gelesen, maximal sieben Minuten. Das Café im Stil einer russischen Studentenkneipe hat im oberen Geschoss einen eigenen Raum, wo man ungestört zuhören kann. Es war soweit, ich trug neben vielen anderen Autoren meine Kurzgeschichte vor.

Sonntag war bereits Abreisetag. Ein letztes Mal bummelte ich gemeinsam mit Maren über die LBM, dann trennten sich unsere Wege. Sie fuhr nach Hause, ich folgte Tobias Kiwitt, der mir ein Buch als Dankeschön für die gestrige Lesung schenkte.


Im April besuchten Andy und ich die hannoversche „Leoguna Gemeinschaftslesung“, die von der Autorin Kia Kahawa organisiert wird. Sie fand im urgemütlichen Café Konrad in Hannovers Altstadt statt. Ich bekam Lust, selbst mitzulesen und bewarb mich mit den Karmageistern.


Sommer:

... ist die Zeit des Wachsens und des Fortschritts, auch des Abwartens. Was möchte ich in die Welt bringen und pflegen? Welche Möglichkeiten zeigen sich?


Ich beschloss, meinen Historical Fantasy Roman „Karmageister“ bekannter machen. Ich wollte nicht nur Textschnipsel und Leseproben posten, sondern auch den historischen Hintergrund - die Renaissance - vorstellen. Im Juni zur Sommersonnenwende und damit Karmageister-Zeit ging es los, gleich gefolgt vom karmischen Hintergrund im Juli. Was ist Karma und wer sind diese Karmageister überhaupt? Alles nachzulesen auf meiner Facebook-Seite oder noch einfacher auf der Seite "Karmageister".


Kia Kahawa hat mich in ihren Autoren-Pool aufgenommen. Vielleicht klappt im Dezember 2019 eine Leoguna Gemeinschaftslesung?


Auch an „Frau Niefried“, meinem begonnenen Romanprojekt aus dem März, schrieb ich im Juli, August und Oktober 2019 weiter.


Herbst:

... ist die Zeit der Umsetzung und der Aktivitäten, auch der Ernte. Was habe ich in die Wege geleitet? Was habe ich bisher erreicht?


Oktober und November standen ganz unter den Vorbereitungen zur Lesung der WORT-KLÄNGE Musik & Geschichten, inklusive Musik und Lesen proben, Werbung online und offline.

Dunkel und romantisch wirkte das Ambiente in der Stadtbibliothek Hannover-Badenstedt, als die Lichter gedimmt wurden und wir unsere Lesung mit swingenden Jazzstücken von Andys Hi-Fly Jazz Unit am Freitag, dem 15. November 2019 vortrugen. Eine kleine feine Zuhörerschaft von knapp 20 Zuhörern hatte sich um uns geschart und lauschte Musik und Lesung. Die Zugabe der Kurzgeschichte „Das Malheur“ durften die Zuhörer dann wortwörtlich nehmen. Ich verlor den roten Faden und suchte im Blättergewirr die verlorene Folgeseite. Ein Malheur direkt aus dem Leben gegriffen. Die Organisation seitens der Stadtbibliothek Badenstedt war übrigens fantastisch!


Im Oktober schloss sich eine Überraschung an. Die Selfpublisher-Plattform epubli verloste für die BuchBerlin eine Veranstaltung sowie ein Tagesticket. Ich spielte bei diesem Gewinnspiel mit. Und yippieh! Ich gewann! Für den 23. November durfte ich mich auf die Veranstaltung „Pressearbeit erfolgreich angehen“ freuen. Andy fuhr mit und so verbrachten wir zwei schöne Tage in Berlin.


Die BuchBerlin fand 2019 zum 6. Mal im Mercure Hotel MOA Bogen statt und stand unter der Schirmherrschaft des Fantasyautors Bernhard Hennen. Das Hotel hatte extra für die Messe zwei große Säle auf der gesamten 1. Etage zur Verfügung gestellt. Auf den ersten Blick mutete die Buchmesse wie ein Flohmarkt an. Autoren, Kleinverlage, Lektoren, Selfpublisher, Künstler, Grafiker, Illustratoren - sie alle präsentierten ihre Bücher, Kunstwerke und Produkte auf mietbaren Tischen. Hinter dem Stand konnte jeder Aussteller sein eigenes Roll-up mit Name, Logo und Produkt-Präsentation aufstellen. Zum Ausruhen standen Stühle für die Aussteller bereit. Vorteil war, man kam leicht mit den Leuten ins Gespräch. Die BuchBerlin ist eine Verkaufsmesse und eignet sich daher besonders gut für das Vorweihnachtsgeschäft. Für die Besucher gab es sogar eine Ecke mit Massagestühlen und Masseuren, um sich nach dem Messerundgang zu entspannen.

Andy und ich besuchten die Lesung des „Strange Tales Club“. Sympathisch und offen stellten sich die Autoren dem Publikum vor. Zwei Autoren lasen in ungefähr einer halben Stunde Ausschnitte aus ihren Geschichten. Als Lesungsräume stellt das Hotel seine Suiten zur Verfügung: eine (Autoren-) Couch, drumherum Stuhlreihen für maximal 10 - 12 Zuhörer. Man sollte also frühzeitig da sein, um einen Platz zu ergattern, denn die Lesungen sind beliebt und ein späterer Einlass nicht mehr möglich.

Anschließend ging’s für mich zur gewonnenen Veranstaltung „Pressearbeit angehen“. Dies war einer der wenigen Minuspunkte auf der Messe: die Vortragsorte waren schlecht zu finden, weil kaum ausgeschildert. Nach zweimaligem Nachfragen stand ich endlich in der richtigen Etage. Die Dozentin, eine Dame von der BILD-Zeitung, erzählte aus ihrem Berufsalltag und was Autor und Autorin beim Herantreten an die Presse beachten sollten. Wichtig ist, um nicht in der täglichen Flut der E-Mails unterzugehen, Neugier zu wecken. Warum sollte die Zeitung gerade mein Buch bzw. meinen Artikel abdrucken? Gibt es eine besondere Aktualität, Kuriosität, einen Nachrichtenwert etc.? Hier darf die Autorin/der Autor sich was einfallen lassen, was Interesse weckt und einen Abdruck in der Presse rechtfertigt.

Der Nachmittag war mittlerweile herangerückt. Andy und ich legten einige WORT-KLÄNGE CD’s und Karmageister-Leseproben auf die Stehtische und begaben uns in unsere Schlussrunde. Ich traf die Autoren vom Strange Tales Club, plauderte mit Hilde Willes und Carola Leipert, kaufte Hildes Buch, bekam Geschenke und machte Geschenke. Kurz sprach ich mit Jasmin Zipperling, die an einem eigenen Stand ihr Kinderbuch präsentierte.

Gegen 15 Uhr brachen wir auf zur letzten Lesung an diesem Tag: „Was du nicht siehst“, die Geschichte eines blinden Rockmusikers. Gut gelesen und interessant, allerdings mit Längen, gerade am Anfang.

Kurz vor 16 Uhr beendeten wir unseren Messerundgang. Viele Eindrücke - lebendige, frische, wenige wirre - nahmen wir mit, es hat uns gefallen.


Die 7. BuchBerlin findet am 21./22. November 2020 statt. Es ist auf jeden Fall eine Überlegung wert, selbst einmal Aussteller auf der BuchBerlin zu sein, denn die Miete ist mit 10,00 € (Stand: 2019) für einen Tisch überaus günstig. Stühle werden gratis dazugestellt, Lesungen sind möglich, wenn man sich rechtzeitig anmeldet. Weitere Informationen gibt es hier: https://buch-berlin.de.


Die Leoguna Gemeinschaftslesung im Dezember 2019 klappte leider doch nicht, da es keine Räumlichkeiten auf die Schnelle gab. Nunmehr sind Termine für den Februar 2020 geplant. Ich bereite schon mal Leseabschnitte vor.


Winter:

… ist die Zeit, in der alle Jahreswünsche erfüllt sind. - Sagen die Chinesen. Es ist die Zeit des Rückzugs und der Reflexion, auch des Ausblicks.


2020 soll sich mein Fokus wieder mehr auf’s Schreiben richten. Ständig schwirrt mein Kopf vor Planungen, Lesungsvorbereitungen, Akquise, Marketing, Facebook-Posts. Alles gut und schön. Allerdings bin ich in dieser Zeit wenig kreativ, Projekte stagnieren, bleiben liegen. Heißt im Klartext:

Feste Schreibzeiten (für „Frau Niefried“) einplanen. Um eine Routine zu entwickeln, am besten täglich.


Im März steht die SchreibeAuszeit in Bremerhaven an


sowie vorerst zwei Lesungen:


WORT-KLÄNGE Musik & Geschichten mit der Hi-Fly Jazz Unit in der Stadtbücherei Hannover-Döhren am 21. Januar 2020 und

die Leoguna Gemeinschaftslesung mit den "Karmageistern" im Februar 2020.


Weitere sind in Planung.


Dies ist meine Zusammenfassung von 2019. Nun gut, mein Lehrer meinte seinerzeit sicherlich eine Walnussschale, in meinem Fall ist es wohl eher eine Kokosnuss geworden.


Nun wünsche ich allen einen guten Start ins neue Jahr. Habt Spaß und Freude beim Lesen, Schreiben und Entdecken!


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