Schreiben am Meer - Ein etwas anderer Schreibeort

Aktualisiert: Juli 25


© Foto privat


Der Wind bläst aus Ost und ist für Anfang Mai noch recht frisch. Die Möwen kreischen, der Wind rüttelt an Bäumen und Büschen, aber auch die Sonne steckt ab und zu ihre Strahlen durch die dichte Wolkendecke.

Eigentlich sollte ich jetzt einen Strandspaziergang an der Nordsee entlang machen und den gemütlichen Ort Cuxhaven-Duhnen erkunden, in dem ich mich für die nächsten sechs Tage, vom 1. – 6. Mai 2017, niedergelassen habe. Stattdessen sitze ich in meinem 2-Zimmer-Appartement und arbeite an einem neuen Projekt. Der Grund meines Ortswechsels ist einfach: Ich möchte fokussiert bleiben und mich konzentrieren. Eine gute Unterstützung ist dabei der E-Mail-Schreibkurs von Denise Fritsch, der mir hilft, die neue Idee und den auszuarbeitenden Plot rund um "Die Legende von Ole Sprinkholt" auf den Punkt zu bringen. "Schreiben am Meer" habe ich dieses Experiment genannt.

Was mir als erstes in der Appartement-Anlage auffällt, ist diese himmlische Ruhe. Und ich bin hier nicht allein. Familien, Ehepaare, Singles, nebenan die Camper – alle sind vertreten. Kinder spielen auf dem Spielplatz, neue Gäste kommen an, andere fahren zurück. Der Parkplatz ist belebt! Trotzdem ist es ruhig. Gut für die Konzentration beim Schreiben.

Die nächsten Tage bleibe ich fokussiert. Keine Ablenkungen durch Haushalt, der mich strafend ansieht. Ich habe alle Zeit, die ein Tag so zu bieten hat. Ich teile sie ein. Der Morgen startet mit einer halben Stunde schwimmen, dann duschen, frühstücken, Start mit den Schreibaufgaben. Dazwischen Recherche für den Roman und die Aufgaben des Marketing-Kurses von Annika Bühnemann.

Was ich schnell merke: Meine eigener Biorhythmus meldet sich wieder. Seit Jahrzehnten stehe ich kurz nach 6:00 Uhr morgens auf, nachdem der Wecker geklingelt hat. Hier jedoch darf ich getrost meinem Körper überlassen, wann ich fit für den Tag bin. 7:00 Uhr, meint er, wäre die passende Zeit. Meine kreative Phase, nach moderatem Sport, beginnt ca. um 8:30 Uhr bis in die Mittagszeit. Das Mittagstief überwinde ich von 14:00 bis 15:00 Uhr. Im Büro heißt es in dieser Zeit: Tiefs sind zu ignorieren, Durcharbeiten ist angesagt. Dafür falle ich dann nach Feierabend in den k.o.-Zustand.

Allein und ohne Ablenkung finde ich in meine eigene Schaffenskraft. Und bemerke dabei überhaupt nicht, wie die Zeit vergeht. Oh Mann, auch wenn ich im Büro noch so viel zu tun habe, ich schaue ständig auf die Uhr: Jo, ist denn nicht schon Feierabend?

Die Entspannung an meinem neuen Schreibeort finde ich 100 m vor der Haustür: die Nordsee. Zu Hause habe ich die Leinemasch, meinen Kraftort. Für jeden mag das etwas anderes sein: Berge, Wälder, Dörfer, aber auch die Geschäftigkeit der Großstädte. Für mich ist es das Meer.

Ich halte Kontakt zu meinen Lieben, besonders zu meinem Mann. Denn es war anfangs ungewohnt, ich vermisse ihn – und er mich. Aber zu sagen, wäre ich man nicht gefahren, hindert mich daran, den eigenen Rhythmus und die eigene Schaffenskraft zu finden. Und ich freue mich jetzt schon darauf, ihn und meine Daheimgebliebenen wiederzusehen.

Jetzt, wo ich angekommen bin, lasse ich mich inspirieren: von der neuen Umgebung, von Natur, Wind und Wetter. Denn ich bekomme derzeit alles: Regen, Sonne, Sturm, Flaute und kaltes ungemütliches Wetter. In meiner Pause erkunde ich den Ortsteil Duhnen, genieße Trubel und Stille, schaue nach Klamotten und netten Stehrumchens (ein Begriff, den meine Freundin geprägt hat, heißt auf gut deutsch: Souvenirs).

Frisch aufgetankt schreibe ich weiter, nutze die Zeit, denn sie dauert nicht ewig.

Fazit:

Was hat der Ortswechsel gebracht?

* Ruhe und Fokus

* Konzentriertes Arbeiten und

* damit: gutes Vorankommen 


* Wenn ich sage "Fokus", meine ich nicht nur Fokus auf's Schreiben, sondern auch Fokus auf mich: Gedanken, Ideen, aber auch Probleme, die mir durch den Kopf gehen. Welche kann ich lösen und welche sind endgültig loszulassen?


* Wie sehen die Pläne für die Zukunft aus? Was möchte ich ändern, was beibehalten?


* Die Ruhe und die Pausen in dieser inspirierenden Umgebung helfen: die Nordsee direkt vor der Haustür lädt zu Strandspaziergängen ein, der Geruch aus Sand, Salz und Meer ist inklusive.

* Der Schreibkurs fokussiert mich: Die Aufgaben kann ich direkt für das neue Schreibprojekt nutzen. Durch die Schreibimpulse gewöhne ich mich an das tägliche Schreiben, denn 15 Minuten gehen immer, auch wenn ich noch so müde bin. 150 - 300 Wörter sollten es auch zukünftig sein.

Würde ich es wieder machen?

* Ja, würde ich. Endergebnis nach einer Woche ist: ein überarbeiteter Plot, Charakter und Aussehen meines Protagonisten inkl. Stammbaum stehen fest. Nun geht's mit der Ausarbeitung weiter.

* Ein freier Kopf, neue Kreativität und Konzentration sprang ebenfalls dabei heraus.

Gab es auch was Unerfreuliches?

* Das Appartement mit Blick zum Meer war fantastisch, nur mein Tablet und das dortige WLAN konnten sich einfach nicht anfreunden. Es kam keine Verbindung zustande. Viel konnte ich über's Handy erledigen.

Zum Glück fordert der Schreibkurs in erster Linie auf, mit der Hand zu schreiben. Hier schreibe ich langsamer, dafür formuliere ich die Gedanken bis zum Ende aus. Aber ein Notebook wäre fürs nächste Mal nicht schlecht. 😉

#Schreibenammeer sammelte meine Gedanken und ließ sie frei strömen. Natürlich kann man sich jeden anderen Ort als Inspirationsplatz aussuchen. Hauptsache ist, dass ein neues befreites Schreibgefühl herauskommt. Und vielleicht entdeckt man sogar, was Neues dabei herausgekommen ist, etwas, was man vorher noch nie so zu Papier gebracht hat. Manchmal reichen dafür ganze sechs Tage.

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